Rohstoffkonflikte nachhaltig vermeiden. Fallstudie und Szenarien zu Kupfer und Kobalt in der Demokratischen Republik Kongo – Studie im Auftrag des Umweltbundesamtes. Teilbericht Nr. 3.2

Rohstoffkonflikte nachhaltig vermeiden_Bericht_3-2
Westerkamp, Meike; Moira Feil und Dennis Tänzler 2011: Rohstoffkonflikte nachhaltig vermeiden. Fallstudie und Szenarien zu Kupfer und Kobalt in der Demokratischen Republik Kongo. Studie im Auftrag des Umweltbundesamtes. Teilbericht Nr. 3.2. Berlin: adelphi.

Die Demokratische Republik Kongo hat aufgrund ihres Rohstoffreichtums ein enormes wirtschaftliches Potenzial. Spätestens seit 1996 gilt das Land allerdings als Paradebeispiel für die Verquickung von Rohstoffausbeutung und Kriegsfinanzierung. Das UN Expertenpanel zur Ressourcenausbeutung in der DR Kongo weist darauf hin, dass die Geschichte des Landes seit Kolonialzeiten vom systematischen Missbrauch der natürlichen und menschlichen Ressourcen gezeichnet ist. Auch ausländische Unternehmen, die kongolesische Rohstoffe abbauen, mit ihnen Handel treiben oder sie weiterverarbeiten, geraten immer wieder in die Kritik, Mitverantwortung für die anhaltende Gewalt v.a. im Osten des Landes zu tragen. Praktisch jede größere Konflikteskalation der letzten Jahre zwischen verschiedenen Akteuren im Kongo steht im Zusammenhang mit dem Management von Ressourcen oder den (legalen und illegalen) Einnahmen aus Ressourcen - insbesondere des Bergbaus. Neben Holz, Diamanten, Öl und Gold sind es Kupfer und Kobalt, deren Abbau und Handel die Sicherheitslage im Südosten instabil machen. Beide Rohstoffe sind zentral für wirtschaftliche Entwicklungstrends im Bereich von Zukunftstechnologien. Der Bericht analysiert in einer Fallstudie den gegenwärtigen Status Quo des Konflikt-Ressourcen-Nexus. Darauf aufbauend beschreiben vier Szenarien verschiedene mögliche Entwicklungen bis 2020.