Situation der Abfallwirtschaft Kroatiens – Identifizierung und Transfer von abfallwirtschaftlichen Konzepten, Dienstleistungen und Produkten in EU-Beitritts- u. Kandidatenländer sowie Schwellen- und Entwicklungsländer mit wissenschaftlicher Unterstützung

Dipl.-Ing. Jan Reichenbach (INTECUS) 2017: Situation der Abfallwirtschaft Kroatiens. Identifizierung und Transfer von abfallwirtschaftlichen Konzepten, Dienstleistungen und Produkten in EU-Beitritts- u. Kandidatenländer sowie Schwellen- und Entwicklungsländer mit wissenschaftlicher Unterstützung. Umweltbundesamt.

Im Zuge ihrer kontinuierlichen Evaluierung nationaler Bemühungen zur Umsetzung und Einhaltung vorgegebener Umweltstandards haben die Institutionen der Europäischen Kommission 1 der Republik Kroatien im Bereich der Abfallwirtschaft laufende Fortschritte bescheinigt, aber auch auf eine Reihe noch bestehender Defizite hingewiesen. Speziell wurde festgestellt, dass hinsichtlich wesentlicher Vorgaben durch verschiedene EU-Direktiven und nationaler Zielstellungen für die Abfallwirtschaft noch immer Erfüllungsrückstände zu verzeichnen sind und erhebliche Entwicklungsnotwendigkeiten fortbestehen.

In der Kritik steht mithin auch die gesamte Abfallwirtschaftsplanung des Landes, exemplarisch dafür ist ein von der Europäischen Kommission aktuell angestrengtes Mahnverfahren wegen Nichtvorhandenseins einer gültigen Abfallwirtschaftsplanung –der bisherige Nationale Abfallwirtschaftsplan lief 2015 aus– und Fehlens eines Abfallvermeidungsprogrammes. Auf der anderen Seite wurden in Kroatien schon in der Vergangenheit und auch unter der neuen Regierung die Zielsetzungen für die Abfallwirtschaft stets sehr ambitioniert vorgenommen, überdies trifft man im Land zum Teil auf sehr progressiv ausgerichtete Initiativen und Ansätze der Kommunen (z.B. „Zero-Waste“) im Umgang mit Abfallthemen.

Die hier vorliegende Situationsanalyse zur kroatischen Abfallwirtschaft und ihren Rahmenbedingungen ist darauf ausgerichtet, sich diesen Sachverhalt anzunehmen und deren Umstände eingehender zu beleuchten. Daran anknüpfend soll sie dabei helfen, dass mögliche Ansatzpunkte zur Verbesserung der Situation über verstärkte Kooperationen, Wissens- und Technologietransfers mit Deutschland identifiziert und gezielt weiterverfolgt werden können.