Auftakt: Regionale Konsultation zu Klimawandel und Sicherheit in Südosteuropa

Welche Sicherheitsrisiken bringt der Klimawandel für Südosteuropa? Am 27. Mai 2020 kamen rund 80 Teilnehmende in einem Online-Webinar zusammen, um über diese Frage zu diskutieren. Teilgenommen haben eine Vielzahl von Vertreterinnen und Vertretern aus den OSZE-Teilnehmerstaaten der Region.

28.05.2020

Das Treffen, das vom Büro des Koordinators für Wirtschafts- und Umweltaktivitäten der OSZE in Partnerschaft mit adelphi organisiert wurde, bildete den Auftakt zu einem regionalen Konsultationsprozess über Klimawandel und Sicherheit.

Südosteuropäische Staaten wollen regionale Zusammenarbeit

Naser Nuredini, Minister für Umwelt und Raumplanung Nordmazedoniens, betonte in seinen einleitenden Bemerkungen, dass die COVID-19-Krise gezeigt habe, wie wichtig regionale Zusammenarbeit zur Bewältigung von schwierigen Herausforderungen ist, die sich aus einer Pandemie ergeben.

„Der Klimawandel wird ein erhebliches Sicherheitsrisiko für die Region darstellen, und wir müssen zusammenarbeiten, um diese Risiken zu überwinden“, sagte Nuredini. „Die Suche nach langfristigen Lösungen für den Klimawandel wird uns allen helfen, die Anforderungen auf dem Weg in die EU zu erfüllen. Die Zusammenarbeit in dieser Frage wird sich als entscheidend für die Integration in die EU erweisen.“

Kooperativ auf globale Phänomene reagieren

Vuk Žugić, Koordinator für Wirtschafts- und Umweltaktivitäten der OSZE, wies auf einige Ähnlichkeiten zwischen der COVID-19-Pandemie und dem Klimawandel hin. Beide, sagte er, seien globale Phänomene und kennen keine Grenzen. Beide könnten Auswirkungen auf Sicherheit und Stabilität haben, und beide erforderen eine kooperative Reaktion.

„Möglicherweise besteht jedoch ein wesentlicher Unterschied zwischen der aktuellen Pandemie und dem Klimawandel bezüglich der Geschwindigkeit, mit der sie sich entwickeln: COVID-19 kam unvorhergesehen, während sich der Klimawandel allmählich vollzieht“, sagte er. „Mit der heutigen Initiative will die OSZE neue Wege für die grenzüberschreitende und regionale Zusammenarbeit in Südosteuropa schaffen. Dies wird unser Beitrag zu umfassenderen Bemühungen um einen Übergang zu grüneren und klimaresistenteren Volkswirtschaften und Gesellschaften in der Region sein.“

Verschärfte Herausforderungen

Lukas Rüttinger, Senior Projektmanager bei adelphi, hob die Zusammenhänge zwischen Klimawandel und Sicherheit und deren Relevanz für Südosteuropa hervor. „Der Klimawandel wirkt als Risikomultiplikator und verschärft andere Herausforderungen. Da die Region über so viele gemeinsame, grenzüberschreitende natürliche Ressourcen wie Flüsse und Wälder verfügt, ist es wichtig, die Zusammenarbeit im Bereich Klimawandel und Sicherheit zu stärken“, sagte er.

Auf die Auftaktveranstaltung folgen in den kommenden Wochen interaktive Veranstaltungen in kleineren Gruppen und Online-Umfragen mit den Akteuren und Akteurinnen aus Südosteuropa.

Die Konsultationen finden im Rahmen des OSZE-Projekts „Stärkung der Reaktionen auf Sicherheitsrisiken des Klimawandels in Südosteuropa, Osteuropa, dem Südkaukasus und Zentralasien" statt.

Ansprechpartner: Lukas Rüttinger