"Die Ärzte" und "Die Toten Hosen" geben Konzerte mit positivem Impact

Die Rockbands „Die Ärzte“ und „Die Toten Hosen“ treten für vier Konzerte auf dem Tempelhofer Feld in Berlin auf. Das ehemalige Flughafengelände wird dabei zur Teststrecke von kreislaufbasierten Lösungen für derartige Großveranstaltungen. Beim „Labor Tempelhof“ rockt adelphi mit.

20.08.2022

„Die Problematik unserer aktuellen linearen Produktionsweise nach dem Prinzip ‚take – make – waste‘ wird gerade bei Großveranstaltungen deutlich. Es werden immense Ressourcen verbraucht, und es bleibt im schlimmsten Fall eine Menge Müll zurück, der schädlich für Mensch und Umwelt sein kann. Gemeinsam mit unseren Partnerinnen und Partnern im Labor Tempelhof wollen wir zeigen, dass es auch anders gehen kann“, sagt Jana Hack, Consultant bei adelphi.

Die Projektinitiator*innen Cradle to Cradle NGO, KKT GmbH – Kikis Kleiner Tourneeservice, Loft Concerts GmbH, Side by Side Eventsupport GmbH setzen in diesem „Labor Tempelhof“ mit zahlreichen Partner*innen aus der Praxis möglichst klima- und ressourcenpositive Produkte, Prozesse und Innovationen um. Das Ziel ist, anhand der Konzertreihe zu zeigen, wie bereits heute vorhandene zirkuläre und nachhaltige Lösungen (Cradle-to-Cradle) zu ökonomischen, ökologischen und sozialen Mehrwerten für die gesamte Gesellschaft führen – und wie daraus abgeleitet auch Großveranstaltungen mit positiven Auswirkungen für Mensch und Umwelt zum Standard werden können.

adelphi hat die Projektinitiator*innen im Rahmen des Projekts „Labor Tempelhof“ beim gesamten Prozess der Veranstaltungsplanung begleitet und in der Planungsphase speziell zu den Themen Textil, Bühnenbau und Logistik mit Recherche und Beratung unterstützt.

Daten aus „Schrei nach Liebe“

Ob der Bezug von Ökostrom, Humus-Toiletten oder kompostierbare T-Shirts: Bei den vier Konzerten wurde erstmalig versucht, sämtliche Produkte und Prozesse durch Cradle-to-Cradle-Innovationen zu optimieren. Wo dies aufgrund fehlender technischer Umsetzungsmöglichkeiten oder aus Kostengründen nicht möglich war, wurden bestmögliche ökologische Alternativen umgesetzt.

Gemeinsam mit der Boston Consulting Group (BCG) misst und dokumentiert adelphi die Erfolge und Misserfolge der kreislaufbasierten Konzertreihe. Außerdem werden die politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen identifiziert, die noch fehlen, um zirkuläre Innovationen skalieren zu können. Während sich also 240.000 Besucher*innen zu „Schrei nach Liebe“ oder „Tage wie diese“ einstimmen, werden gleichzeitig Daten für die Dokumentation des „Labor Tempelhof“ gesammelt sowie Messungen des Fußabdrucks der Konzertreihe durchgeführt. Bis Ende Herbst 2022 werden adelphi und BCG diese dann ausgewertet und gemeinsam mit einer digitalen Anleitung zur Nachahmung in einem digitalen Guidebook veröffentlicht haben.

Dabei werden nachhaltige Alternativen aus den Bereichen Mobilität und Logistik, Energie, Nährstoffe, Lebensmittel und Landwirtschaft, Wasser, Bau und Konstruktion, Textilien, Kunststoffe und Verpackungen sowie Digitalisierung betrachtet. Neben der Entwicklung des digitalen Guidebook für die Veranstaltungsindustrie, das der Branche als Blaupause dienen und zur Replikation animieren soll, ist adelphi auch federführend an einem Report mit Thesen und Empfehlungen für politische Entscheider*innen beteiligt, der noch im August veröffentlicht werden soll.

Rockkonzert geht auch anders

„Bei dieser Konzertreihe dürfen Lösungen auch scheitern, denn daraus kann abgeleitet werden, welche Hürden noch bestehen und welche Rahmenbedingungen und Strukturen notwendig sind, um Großveranstaltungen mit einem positiven ökonomischen, ökologischen und sozialen Mehrwert einfach umsetzbar zu machen und Produktionsentscheidungen positiv zu beeinflussen. Wir hoffen, mit unserer Beteiligung am Labor Tempelhof einen Beitrag zu einem grundlegenden Wandel bei Großveranstaltungen leisten zu können und sind in jedem Fall den beiden Bands sehr dankbar, dass sie diese vier Konzerte dem Labor zur Verfügung stellen“, ergänzt Hack.

Die Bands „Die Ärzte“ und „Die Toten Hosen“ stellen vier Konzerte am 20., 26., 27. und 28. August 2022 auf dem Flughafen Tempelhof in Berlin für ein Labor zur Verfügung. Aktuelle Informationen finden Sie auf der Projektwebsite.

Kontakt: Jana Hack