Wie kann das Chemikalienmanagement in Pakistans Textilindustrie verbessert werden?

Pakistans Textilsektor ist für das Land wirtschaftlich von zentraler Bedeutung. Durch den erheblichen Verbrauch an Wasser und Chemikalien ergeben sich jedoch Herausforderungen, denen sich die Beteiligten nur gemeinsam stellen können.

14.05.2018

Die pakistanische Regierung hat einen nationalen Aktionsplan entwickelt, der darauf abzielt, durch den Klimawandel bedingte Risiken in der Wasserversorgung zu minimieren. Als Teil des Programms Wassereffizienz in der Textilindustrie (WETI) unterstützt die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) die pakistanische Regierung nun bei der Ausarbeitung von spezifischen Maßnahmen, um die Effizienz der Wassernutzung in der Textil- und Bekleidungsindustrie zu steigern.

Eine Kultur der Zusammenarbeit als wesentliche Voraussetzung für ein nachhaltiges Management der Herausforderungen

Zentraler Bestandteil dieser Maßnahmen ist es, eine Kultur der Zusammenarbeit unter den verschiedenen Beteiligten – den staatlichen Einrichtungen, den privatwirtschaftlichen Verbänden sowie den Textilunternehmen – zu schaffen. Als Teil eines von der GIZ organisierten Workshops am 09.05.2018 in Berlin, der im Rahmen einer zehntägigen Fachexkursion stattfand, hat Dr. Jürgen Hannak, Senior Project Manager bei adelphi, mit 21 Vertretern aus Regierung und Industrie aus Lahore, Pakistan, die verschiedenen Schritte erörtert, die für die Einführung eines sektorweiten Programms zum nachhaltigen Management von Chemikalien erforderlich sind. Neben der Frage, wie ein sachgerechter Umgang mit Chemikalien in die Regulierung und die Nutzung von Wasserressourcen einfließen kann, wurde auch die Rolle diskutiert, die die verschiedenen Beteiligten bei der Förderung eines nachhaltigen Chemikalienmanagements unter Beachtung von bereits bewährten internationalen Verfahren einnehmen könnten und sollten.

Entscheidende Faktoren: Aufbau eines umfassenden Regulierungsrahmens und Einbettung in einen strategischen Ansatz

Im Laufe der Diskussionen wurden mehrere Herausforderungen identifiziert. Hierzu gehörten das Fehlen eines umfassenden Regulierungsrahmens und dessen Durchsetzung, der Zugang zu hochwertigen Dienstleistungen (Laborleistungen, Überwachung, Beratung und Training), sowie die Koordination der einzelnen Maßnahmen in einer übergeordneten Strategie. Für die Planung der weiteren Vorgehensweise in Pakistan stützten sich die Teilnehmenden auf Erfahrungen, die in Europa und Deutschland in Bezug auf ein nachhaltiges Chemikalienmanagement und die Zusammenarbeit der verschiedenen Beteiligten (Bundesministerien, staatliche Einrichtungen, spezialisierte Agenturen, Versicherungsanbieter, Wirtschaftsverbände und Gewerkschaften) auf verschiedenen Umsetzungsebenen gemacht wurden.