Workshop: Klima- und Fragilitätsrisiken sowie Konfliktprävention am Tschadsee

Stockholm Forum Lake Chad

Beim Stockholm Forum on Peace and Development am 3. Mai 2017 leitet adelphi in Zusammenarbeit mit dem Stockholm International Peace Research Institute (SIPRI) und dem Stockholm Environment Institute zwei Veranstaltungen zu den Themen Klimawandel und Fragilitätsrisiken in der Tschadsee-Region.

10.05.2017

In der Region um den Tschadsee treffen verschiedene Stressfaktoren aufeinander: Arbeitslosigkeit, Rohstoffabbau, Armut und Konflikte beeinflussen den Klimawandel. Ein massiver Rückgang des Sees führte zu Existenznöten und verschärften Spannungen zwischen Viehzüchtern, Landwirten und Fischern. Jüngste Forschungsergebnisse zeigen ein erhöhtes Risiko von Rekrutierungen durch Terrorgruppen wie Boko Haram und grenzüberschreitende Vertreibungen. Nachdem die Aufstände in Nigeria in der Region zunehmen, wurde die fragile Sicherheitslage des Gebietes noch angespannter. Da Auswirkungen des Klimawandels auf Staaten und Gemeinschaften um den Tschadsee herum diesen Druck noch erhöhen, ist es umso wichtiger, umsichtig zu handeln und aus der früheren Arbeit vor Ort zu lernen.

Erfahrungsberichte von Experten über die Tschadsee-Region

Was sind die wesentlichen Erfahrungen, aus denen sich zur Verbesserung zukünftiger Hilfseinsätze lernen lässt? Welche Methoden und Ansätze können übernommen, verändert oder ausgeweitet werden, um eine weitere Eskalation zu verhindern? Und schließlich: Worin liegen die besonderen Herausforderungen und Möglichkeiten, die Jugend und Geschlechterthematik darstellen, um Klima- und Sicherheitsrisiken in der Region zu verstehen und ihnen zu begegnen?

Um Antworten auf diese Fragen zu finden, werden verschiedene Diskussionsteilnehmer aus der Tschadsee-Region sowie Vertreter von Geberorganisationen und Institutionen der Entwicklungszusammenarbeit ihr Wissen und ihre Erfahrungen bei einem Workshop im Rahmen des Stockholm Forum on Peace and Development 2017 teilen (Mittwoch, 3. Mai, um 11.30 Uhr und 15.30 Uhr).

Referenten

  • Hamsatu Allamin, Regionalvertreterin/Konfliktanalytikerin beim Nigeria Stability and Reconciliation Programme (NSRP) und nationales Vorstandsmitglied der Federation of Muslim Women’s Associations in Nigeria 
  • Florence Sylvestre, Forschungsleiterin am IRD und stellvertretende Direktorin des CEREGE
  • Mamadou Diop, Regionalvertreter von Action Contre la Faim, Regionalbüro Westafrika 
  • Mohammed Bila, Vertreter der Lake Chad Basin Commission (LCBC) und des Lake Chad Basin Observatory
  • Ibrahim Lumumba Idi-Issa, stellvertretender Geschäftsführer des Permanent Interstate Committee for Drought Control in the Sahel (CILSS)

Die Veranstaltung wird von SIPRI-Direktor Dan Smith moderiert. Die hochrangigen Diskussionsforen zu Friedenserhaltung und Konfliktprävention werden per Live-Stream übertragen und sind auf der Website von SIPRI sowie dem YouTube-Kanal von SIPRI verfügbar.

Beim Stockholm Forum on Peace and Development 2017 kommen am 3. und 4. Mai mehr als 200 namhafte Forscher, politische Entscheidungsträger und Fachleute aus aller Welt zusammen, um wirksame Methoden für Friedenserhaltungs- und Entwicklungseinsätze herauszuarbeiten.