BIOGEA – Biodiversitätsgewinn der Europäischen Landwirtschaft durch GAP-Greening

Das BIOGEA-Projekt untersuchte die Auswirkungen von Landnutzungsänderungen im Zuge der Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) auf die „Grüne und Blaue Infrastruktur“ (GBI) in der Agrarlandschaft. Zudem untersuchte es die Auswirkungen, die verschiedene Arten von GBI auf die biologische Vielfalt (Pflanzen- und Vogelarten) haben. GBI umfasst Landschaftselemente, die für Lebensräume und die Gewährleistung der Konnektivität dieser wesentlich sind und somit zur Erhaltung der Biodiversität beitragen. Die Politikanalyse auf der EU-Ebene sowie auf nationaler Ebene in Bulgarien, Deutschland und Spanien wurde mit einer Analyse der Umsetzung auf lokaler Ebene in sechs Fallstudienbereichen kombiniert – unter anderem durch Zusammenarbeit (Interviews, Workshops, runde Tische) mit Interessenvertretern auf allen Ebenen. In jedem Land wurde sowohl ein extensiveres als auch intensiveres Landwirtschaftssystem untersucht. Auf dem Gelände wurde zudem Biodiversität- und Habitat-Monitoring und -Modellierung durchgeführt.

BIOGEA stellte fest, dass ökologisch wertvolle GBI wie Hecken, Bäume, Rasenstreifen, brachliegendes Land oder extensives Ackerland und extensives Grünland die Artenvielfalt auf landwirtschaftlicher Fläche fördern. Nutzpflanzen wie Stickstofffixierungskulturen bieten kaum Vorteile für die biologische Vielfalt. Dennoch wählen Landwirte jene Umweltmaßnahmen, die ihrer bisherigen landwirtschaftlichen Praxis am nächsten kommen. Das derzeitige Beratungsangebot ermutigt nicht zur Übernahme der umweltfreundlicheren Optionen. Auf allen landwirtschaftlichen Flächen ist ein Mindestanteil an GBI für die biologische Vielfalt erforderlich. Zusätzliche GBI bringt den größten Nutzen in Gebieten mit mittlerer landwirtschaftlicher Intensität, während bei den extensivsten Systemen die Beibehaltung der bestehenden GBI wichtiger ist. In intensiven Systemen sind gezieltere Anstrengungen zur Einrichtung und Wiederherstellung der GBI erforderlich, um die biologische Vielfalt zu fördern. Es bedarf Umweltbewertungen zur Wirksamkeit der Maßnahmen, um ihre ökologische Effektivität zu verbessern.

adelphi koordinierte das Projekt und war für die Politikanalyse, das Stakeholder-Engagement in Deutschland und die Erstellung der abschließenden Politikempfehlungen verantwortlich. Diese wurden im Rahmen einer Veranstaltung im Europäischen Parlament vorgestellt. Die Ergebnisse, die für den Prozess der GAP-Reform im Jahr 2020 von hoher Relevanz sind, wurden außerdem in einer Reihe von peer-reviewed Journals veröffentlicht.

Publikationen des Projekts