Gemeinsam für naturverträglichen Konsum – wie unser Lebensstil die biologische Vielfalt schützen kann

Eine Konsumentin muss zwischen Supermarkt-Regalen eine Entscheidung treffen

Durch ihr Konsumverhalten üben Verbraucher/-innen weltweit erheblichen Druck auf die biologische Vielfalt aus und gefährden dadurch die für uns Menschen so wichtigen Funktionen der Natur, die Ökosystemleistungen. Insbesondere spielen Ernährungsweisen dabei eine wichtige Rolle, denn der Konsum tierischer Produkte kann sich über die Lieferkette sehr negativ auf die Vielfalt an Arten und Lebensräumen auswirken, durch Futtermittelanbau auf ehemaligen Flächen des tropischen Regenwalds in besonders artenreichen Regionen. Doch auch andere Handlungsfelder, wie Mobilität, Tourismus und Freizeit, Informations- und Kommunikationstechnik (IKT) oder Bekleidung können negative Folgen mit sich bringen. Ein Wandel unserer Lebensstile und Konsummuster ist daher zwingend notwendig.

Um diese „Konsumwende“ voranzutreiben, brauchen Konsument/-innen sowie Entscheidungstragende aus Politik und Wirtschaft fundierte Informationen. Dafür ist eine zielführende informationsbasierte Kommunikation zentral. Auf internationaler Ebene wurde zu diesem Zweck unter anderem das Consumer Information Programme beim OnePlanetNetwork der Umweltorganisation der Vereinten Nationen (UN Environment) eingerichtet. Allerdings wurde das Thema Konsum und Biodiversität dort bislang nur am Rande behandelt. 

Im Rahmen des durch das Bundesamt für Naturschutz (BfN) geförderten Forschungs- und Entwicklungsprojekts „Gemeinsam für naturverträglichen Konsum durch Information, Kommunikation und internationale Kooperation“ wird nun eine neue internationale Arbeitsgruppe eingerichtet, die sich dezidiert mit dieser Thematik befasst. Gemeinsam mit den Expert*innen aus Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft werden ein Toolkit für Kommunikation, Information und Kooperation entwickelt sowie Informationsmaterialien erstellt, die für die Auswirkungen des Konsums auf biologische Vielfalt und Ökosystemleistungen sensibilisieren. Besonders wirkungsvolle Strategien, Kampagnen und Informationsformate werden identifiziert und so aufbereitet, dass sie einfach anzuwenden sind. Die Ergebnisse dieses mehrjährigen Prozesses werden in einer ebenfalls gemeinsam erarbeiteten Kommunikationsstrategie international und sektorübergreifend verbreitet.

Weil das Vorhaben einem internationalen und akteursübergreifenden Ansatz folgt und an zentrale Prozesse der Umsetzung der 2030-Agenda (insbesondere in Hinblick auf SDG 12 für nachhaltige Konsum- und Produktionsmuster) angebunden ist, ist darin bereits angelegt, dass die Projektergebnisse verbreitet werden. Damit stellt das Vorhaben einen wichtigen Beitrag zum weitergehenden Mainstreaming der biologischen Vielfalt in Politik, Wirtschaft und bei Verbraucher/-innen dar. Insbesondere die Konsument/-innen profitieren davon, denn ihre Konsumentscheidungen und deren positive oder negative Folgen für die biologische Vielfalt werden transparenter und dadurch nachvollziehbarer – so können die Menschen eine informierte Entscheidung treffen oder gemeinsam mit weiteren Akteur/-innen entsprechende Rahmenbedigungen von Politik und Wirtschaft einfordern.

adelphi leitet das gesamte Vorhaben und ist im Projekt federführend beim Aufbau der internationalen Arbeitsgruppe und deren strategischer Ausrichtung. Damit knüpft das Projektteam an adelphis langjährige Erfahrungen in internationalen Stakeholderprozessen an. Darüber hinaus leitet adelphi die Entwicklung des Toolkits ebenso wie die Erstellung der Informationsmaterialien und koordiniert die ko-kreative Zusammenarbeit mit den Arbeitsgruppenteilnehmer/-innen. Außerdem unterstützt adelphi den Projektpartner Öko-Institut bei der grundlegenden Analyse zu Konsum und Biodiversität, insbesondere durch die genaue Betrachtung der damit verbundenen maßgeblichen Diskurse. Bei der Organisation der internationalen Abschlusskonferenz ist adelphi ebenfalls in leitender Funktion.