Grenzen des Ressourcenverbrauchs? Ansätze zur Verknüpfung des Planetare-Grenzen-Konzepts mit der Inanspruchnahme abiotischer Ressourcen

In den vergangenen Jahrzehnten wurden weltweit immer mehr Rohstoffe gefördert und genutzt. Dadurch steigt nicht nur der Druck auf einzelne natürliche Ressourcen wie Boden, Wasser oder Luft. Besonders besorgniserregend ist, dass sich der Druck auf die verschiedenen natürlichen Ressourcen potenziert und er somit das Erdsystem als solches destabilisieren könnte. Vor diesem Hintergrund versuchen Regierungen, mit einer Politik der Ressourceneffizienz die Rohstoffnutzung insbesondere in reichen Ländern zu vermindern. In diesem Vorhaben wird versucht, eine Grenzdefinition von der Seite der Umweltwirkungen herzuleiten, von den Gesamtwirkungen auf das Erdsystem kommend, und einen möglichen Zusammenhang zur abiotischen Rohstoffinanspruchnahme zu finden. Einen Anknüpfungspunkt hierfür bietet das Konzept der Planetaren Grenzen, 2009 durch den Wissenschaftler Johan Rockström und seine Kolleginnen und Kollegen entwickelt. Die Planetaren Grenzen betreffen biologische, chemische und physikalische Prozesse des Erdsystems. Für die meisten dieser Grenzen sind Kontrollvariablen definiert, anhand derer sich Zonen erhöhten Risikos für das Überschreiten von Kipppunkten beziehungsweise für die Reduzierung der Erdsystemresilienz erkennen und Pufferabstände festsetzen lassen. Vier dieser Grenzen sind bereits überschritten.

Dieses Projekt geht vor dem Hintergrund dieser Entwicklungen und des Konzepts der Planetaren Grenzen im Auftrag des Umweltbundesamts folgenden Fragen nach: Inwieweit lassen sich die Umweltwirkungen der Inanspruchnahme abiotischer Rohstoffe (wie beispielsweise Metalle und Sand) mit dem Konzept der Planetaren Grenzen verknüpfen? Lassen sich hieraus Zielwerte für die Ressourcenpolitik ableiten? Dazu wird zuerst betrachtet, wie sich der Abbau und die Nutzung abiotischen Materials auf die Umwelt auswirkt. Anschließend wird untersucht, wie das Konzept der Planetaren Grenzen operationalisiert werden kann; außerdem wird betrachtet, welche Umweltwirkungskategorien mit den neun Dimensionen der Planetaren Grenzen verbunden werden können und welche Möglichkeiten sich hieraus für die Ökobilanzmethode ergeben (ein Ansatz, mit dem die Umweltverträglichkeit von Produkten und Dienstleistungen bewertet werden kann). Im dritten Schritt werden Fallstudien zur Verknüpfung von Umweltwirkungen mit den Planetaren Grenzen sowie Vertiefungsstudien erstellt.

adelphi untersucht dabei Möglichkeiten zur Operationalisierung des Konzepts der Planetaren Grenzen. Es wird der Frage nachgegangen, wie die Planetaren Grenzen, die ursprünglich für das Erdsystem formuliert wurden, auf die nationale bis lokale räumliche Bezugsgröße übertragen werden können. Außerdem erstellt adelphi verschiedene Fall- und Vertiefungsstudien.