Land – Kreis – Gemeinde: starke regionale Akteure für Wirtschaft und Klimaschutz

Veränderungs- und Entwicklungsprozesse machen nicht an kommunalen Grenzen halt. Was zuvor auf Bundesebene oder internationaler Ebene verhandelt und auf lokaler Ebene umgesetzt wurde, entdeckt zunehmend die Region als sinnvolle Zwischenebene. Dies gilt neben wirtschaftlichen Maßnahmen zunehmend auch für den Klimaschutz. Bei der UN-Klimakonferenz COP 24 in Katowice wurden im Dezember 2018 die Vertragsstaaten explizit aufgefordert, die subnationale Ebene verstärkt in die Gestaltung und Umsetzung ihrer Klimaschutzstrategien einzubeziehen.

Das von der Nationalen Klimaschutzinitiative geförderte Projekt „LAND – KREIS – GEMEINDE Klimaschutz strategisch planen, auf Wirtschaftlichkeit und Wertschöpfung setzen“ würdigte Landkreise als zentrale Mittlerebene. Das Projekt unterstützte die regionale Ebene dabei, die Koordination zwischen den Akteuren einer Region zu übernehmen und Klimaschutzprozesse anzustoßen, die sich positiv auf die regionale Wertschöpfung und die Wirtschaftlichkeit auswirken. Ziel war es, neben der aufeinander abgestimmten Projektplanung der Regionalakteure in vier beteiligten Bundesländern praxisorientierte Hilfestellung für alle interessierten Akteure zu geben, um Auswirkungen von Klimaschutzmaßnahmen in strategischen Entscheidungsprozessen und in der konkreten Projektplanung mitzudenken. Hierbei sollte nicht nur auf die Reduktion von CO2 geachtet werden, sondern auch der zusätzliche Mehrwert von Klimaschutzmaßnahmen für eine Region als valider Planungsparameter hervorgehoben werden. So konnten für Kommunen Kosteneinsparungen erreicht, die regionale Wertschöpfung und Wirtschaftlichkeit sowie die Attraktivität einer Region als Wirtschaftsstandort und Lebensraum gefördert werden. Die zwölf teilnehmenden Landkreise wurden in der Anwendung eines innovativen Projektplanungstools geschult und ihnen wurden weitere Coachingformate angeboten. Bis zum 16. Juni 2019 konnten sich interessierte Landkreise bewerben.

adelphi richtete gemeinsam mit den Projektteilnehmenden vier „Regionaldialoge“ zu verschiedenen Themen an der Schnittstelle von Klimaschutz und Regionalentwicklung in vier verschiedenen Bundesländern aus und begleitete hier durch individuelle Projektcoachings Landkreise in der Projektentwicklung gemeinsam mit ihren kreisangehörigen Kommunen und anderen Akteuren. Zudem entwickelte adelphi das Business Model Canvas (BMC) für Klimaschutz weiter und erstellte hierfür Lernmaterialien in Form eines Handbuchs und eines Erklärvideos. In Trainings lernten Klimaschutzbeauftragte aus Kommunen, ihre Projekte und Strategien nach Klimaschutz, Wirtschaftlichkeit und regionaler Wertschöpfung gezielt zu planen und zielgruppenspezifisch zu kommunizieren.

Die begleitende Forschung und Analyse guter Ansätze von Regional Governance im Klimaschutz und die Übertragbarkeit auf andere Regionen wurde von der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg geleitet.

Publikationen des Projekts