Schutz globaler Süßwasserbiodiversität durch die deutsche Entwicklungszusammenarbeit

Das Artensterben ist laut des Risikoberichts des Weltwirtschaftsforums eines der Top-3-Risiken für die Menschheit. Süßwasserarten sind dabei nicht nur am gefährdetsten, sie sind auch weniger geschützt als Arten terrestrischer und maritimer Ökosysteme. Ein erfolgreicher Schutz von Flüssen, Mooren oder Seen ist eine politische Querschnittsaufgabe und erfordert neben umfangreicheren Naturschutzmaßnahmen auch ein nachhaltigeres Wassermanagement sowie eine ökologische Transformation in der Landwirtschaft und im Energiesektor. Als einer der weltweit größten Geber für Entwicklungszusammenarbeit (EZ) hat Deutschland eine wichtige Rolle für den globalen Schutz der Süßwasserbiodiversität. Das von der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) in Auftrag gegebene Projekt zielt daher darauf ab, das Bewusstsein für die Krise von Süßwasserbiodiversität unter Akteur*innen der deutschen EZ zu erhöhen sowie deutsche Schutzbemühungen im Globalen Süden zu stärken.

Um diese Ziele umzusetzen, erarbeitet adelphi einen Policy Brief, der Akteur*innen der deutschen EZ verschiedene Wege aufzeigt, die Umsetzung des neuen Weltnaturabkommens voranzutreiben. Dieses wird auf dem UN-Gipfel für Biodiversität im Dezember 2022 finalisiert und den wichtigsten Politikrahmen für den globalen Biodiversitätsschutz bilden. Eine effektive Umsetzung wird entscheidend sein, um den rasanten Rückgang der Artenvielfalt aufzuhalten. Daneben entwickelt adelphi Factsheets, die die vielseitigen Synergien aufzeigen sollen, welche intakte Flüsse, Moore oder Seen für das Erreichen der UN-Nachhaltigkeitsagenda bieten. Indem Süßwasserökosysteme Trinkwasser und Nahrungsmittel bereitstellen, sind sie unerlässlich für eine nachhaltige Zukunftssicherung, insbesondere in Ländern des Globalen Süden, wo große Bevölkerungsgruppen auf diese als Lebensgrundlage angewiesen sind.