Sense the City – Zukunft mit allen Sinnen entdecken

Collage Urbane Zukunftsvisionen - adelphi

Die Großstädte von heute sind hart, laut und schnelllebig: Straßen prägen das Stadtbild, das Grau des Betons ist die dominierende Farbe und der Lärm der Autos lässt den Puls höher schlagen. Statt lebendiger Architektur entstehen Neubauten, die sich zum Verwechseln ähnlich sehen. Statt Akzeptanz für die zunehmende Vielfalt an Lebensmodellen und -situationen treten Ressentiments gegenüber dem „Fremden“ stärker zutage. Aber muss das auch in Zukunft so sein?

Städte sind die Orte, an denen zunehmend Gesellschaft gelebt und gesellschaftliche Belange ausgehandelt werden. Doch bislang fehlt es an einer Debatte und klaren Vision, in welcher Stadt wir zukünftig leben wollen und wohin wir uns eigentlich verändern möchten. Dabei sind positive Visionen und Zukunftsbilder gerade in Zeiten komplexer Herausforderungen so wichtig, um Mut zu machen, um Orientierung zu bieten und eine aktive Gestaltung von Wandel zu befördern, die unseren eigenen Wünschen und Bedürfnissen entspricht.

Doch es fällt uns schwer über die Zukunft nachzudenken, insbesondere über eine, die nicht nur die Fortschreibung der Gegenwart darstellt, sondern da beginnt, wo morgen aufhört. Oftmals steht nur die Lösung kleinteiliger Probleme im Vordergrund. Fragen wie „was und wohin wollen wir langfristig?“ werden hingegen kaum gestellt. Wir brauchen einen neuen, unkonventionellen Zugang, der die Menschen dazu befähigt, phantasievoll und losgelöst von der Meinung anderer über die Zukunft zu visionieren.

Das Ziel von Sense the City ist es, die Vorstellungen und Wünsche der Menschen für die Stadt der Zukunft über die Sinnesebene zu erkunden und sichtbar zu machen. Indem wir fragen, wie sich die Stadt der Zukunft anhören, riechen oder anfühlen soll, begeben wir uns auf die Suche nach Formen, Farben, Materialitäten und Atmosphären der gebauten Umwelt sowie nach Vorstellungen des zukünftigen gesellschaftlichen Zusammenlebens.

Die Visionen für die Stadt der Zukunft werden in Einzel- und Gruppenformaten mit ca. 400 Bürgern sowie Fachexperten unterschiedlicher Disziplinen – beispielsweise Architektur, Psychologie, Philosophie, Soziologie, Musik und Literatur – erarbeitet. In Visionsgesprächen und -werkstätten kommen verschiedene sensorische und zukunftsorientierte Methoden zum Einsatz. Sinnesreize und Fragen nach Emotionen sollen den Menschen helfen, aus konventionellen Denkmustern auszubrechen und ein Bild der Zukunft zu entwerfen, das ihren ganz eigenen Vorstellungen und Bedürfnissen entspricht.

In Kooperation mit Künstlern, Autoren und Illustratoren werden die gesammelten Ideen schließlich erzählt und in einer wachsenden Sammlung an Visionen sichtbar gemacht: www.sense-the-city.org.

Zudem wird das Projekt fortlaufend dokumentiert und wissenschaftlich ausgewertet. Die Ergebnisse werden in einem Methoden-Toolkit zusammengeführt. adelphi ist für die Konzeption und Umsetzung des Projektes federführend verantwortlich.