Skalierung marktbasierter Ansätze zum Schutz der Biodiversität in Malawi und Sambia

Supporting nature conservation by promoting sustainable agriculture

Malawi und Sambia beherbergen einzigartige Ökosysteme mit einer reichen Vielfalt an Flora und Fauna. Nach Angaben des Sekretariats der Biodiversitätskonvention (CBD - Convention on Biological Diversity) beherbergt der Malawisee über 800 Fischarten, von denen die meisten im See endemisch sind. In Sambia leben 224 verschiedene Arten von Säugetieren, wobei über 28 dieser Arten und Unterarten als gefährdet, stark gefährdet oder vom Aussterben bedroht gelten. Die ausgeprägte Biodiversität der beiden südafrikanischen Länder wird jedoch zunehmend durch die Ausweitung von Landwirtschaft und Siedlungsflächen bedroht, was zu einer alarmierenden Übernutzung lokaler Ökosysteme führt. Eine nicht nachhaltige soziale und wirtschaftliche Entwicklung verringert den biologischen Reichtum Malawis und Sambias rapide, was zum Verlust von Lebensräumen und zur Zerstörung natürlicher Ressourcen führt. Faktoren wie Umweltverschmutzung, Verbreitung invasiver Arten, Klimawandel, Raubbau an natürlichen Ressourcen und mangelnde Anerkennung von indigenem Wissen und Eigentumsrechten tragen zu dieser Situation bei.

Um dem fortschreitenden Rückgang der Artenvielfalt zu begegnen, sehen die nationalen Biodiversitätsstrategien beider Länder eine starke Beteiligung des Privatsektors und die Mobilisierung privater Investitionen vor. Marktbasierte Lösungen, die von grünen Kleinst-, kleinen und mittleren Unternehmen (KKMU) entwickelt werden, haben aufgrund ihrer hohen Innovationskraft ein erhebliches Potenzial, zum Erhalt der biologischen Vielfalt beizutragen. Allerdings fehlen in beiden Ländern derzeit bankfähige Geschäftsmodelle und maßgeschneiderte Instrumente zur Operationalisierung der Biodiversitätsfinanzierung.

Dieses Projekt mobilisiert Biodiversitätsinvestitionen und skaliert biodiversitätsfreundliches Unternehmertum in Malawi und Sambia und trägt so zu einer nachhaltigen Nutzung, Erhaltung und Wiederherstellung der lokalen Ökosysteme bei. Das Projekt adressiert dabei zwei Hauptzielgruppen: biodiversitätsfreundliche KKMU sowie Finanz- und öffentliche Institutionen in Malawi und Sambia. Biodiversitätsfreundlichen KKMU soll der Zugang zu Finanzmitteln ermöglicht werden, um deren Geschäftsmodelle zu skalieren. Ein integraler Teil der Produkte und Dienstleistungen dieser Unternehmen ist es, Ökosysteme zu erhalten und wiederherzustellen und damit aktiv zum Artenschutz beizutragen. Durch gezielte Beratung und Stärkung der unternehmerischen Kapazitäten werden die Leistungspotenziale von Biodiversitäts-KKMU in beiden Ländern gestärkt und erfolgreiche Geschäftsmodelle in anderen Regionen repliziert. Im Rahmen von Biodiversity Roundtables und anderen Austauschformaten wird zudem die sektorübergreifende Zusammenarbeit gefördert und das Bewusstsein verschiedener Interessengruppen für marktbasierte Ansätze zum Schutz der Biodiversität gestärkt.

Hinsichtlich der zweiten Akteursgruppe – Finanz- und öffentliche Institutionen – zielt das Projekt darauf ab, das Verständnis für Naturschutzfinanzierung zu verbessern und innovative Finanzinstrumente zu entwickeln. Interaktive Schulungs- und Lab-Formate tragen dazu bei, die Kapazitäten von Geschäftsbanken und öffentlichen Institutionen zu stärken, um Biodiversitätsfinanzierung zu mobilisieren und passende Finanzierungsinstrumente anzubieten. Eine Vielzahl von Interessengruppen, einschließlich des Privat- und Finanzsektors, wird bei der Entwicklung innovativer Finanzierungsprototypen einbezogen.

adelphi führt das Projekt gemeinsam mit der Lilongwe University of Agriculture and Natural Resources (LUANAR) mit Sitz in Malawi und dem Women’s Entrepreneurship Access Center (WEAC) mit Sitz in Sambia durch.