Strategieentwicklung zu Klima- und Fragilitätsrisiken in Japan

burned building in Japan

Der Klimawandel ist eine der zentralen Herausforderungen für die globale Sicherheit im 21. Jahrhundert. Er wirkt dabei als Risikomultiplikator in bereits bestehenden Problemkontexten und kann zu staatlicher Fragilität beitragen, soziale Unruhen verschärfen und sogar in gewalttätigen Konflikten münden. Gleichzeitig erschwert bereits vorhandene staatliche Fragilität Anpassungsbestrebungen, vor allem bei vulnerablen Bevölkerungsteilen. Vielen Gesellschaften droht, dass sie in so genannten "fragility traps" gefangen werden.

Die Regierungen der G7-Mitgliedsstaaten haben die daraus resultierenden Herausforderungen für eine nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung, sowie für Frieden und Stabilität anerkannt und betonen ihre Entschlossenheit, Lösungen für diese Herausforderungen zu finden. Der von den G7-Mitgliedsstaaten in Auftrag gegebene unabhängige Bericht „A New Climate for Peace: Taking Action on Climate and Fragility Risks“ wurde im April 2015 durch die G7-Außenminister begrüßt und diskutiert. Der Bericht identifiziert sieben Klima- und Fragilitätsrisiken, die eine ernstzunehmende Bedrohung für die Stabilität von Staaten und Gesellschaften darstellen. Basierend auf einer Analyse bestehender Politikansätze in den Bereichen Anpassung an den Klimawandel, Entwicklungszusammenarbeit, humanitärer Hilfe und Friedensentwicklung, empfiehlt der Bericht den G7-Mitgliedern konkrete Maßnahmen zur Bekämpfung von Klima- und Fragilitätsrisiken und zur Erhöhung der Resilienz von Staaten und Gesellschaften gegenüber diesen Risiken.

In Japan blieb der G7-Bericht weitgehend unbeachtet und Klimarisiken spielen derzeit keine große Rolle im politischen Diskurs. Trotzdem beobachten japanische Forschungseinrichtungen und zivilgesellschaftliche Organisationen die direkten und indirekten Auswirkungen des Klimawandels für Japan und den Asien-Pazifik-Raum mit wachsender Sorge. Dadurch haben sie ein großes Interesse, Klima- und Fragilitätsrisiken besser zu verstehen, um anschließend mit passenden Strategien darauf zu reagieren.

Vor diesem Hintergrund organisiert adelphi zusammen mit dem Institute for Global Environmental Strategies (IGES) eine Veranstaltungsreihe und veröffentlicht eine Serie von Diskussionspapieren. Ziel ist es, Klima- und Fragilitätsrisiken mehr Aufmerksamkeit innerhalb der japanischen Forschungs- und Politikgemeinschaft zu verschaffen und konkrete Ansatzpunkte für japanische Entscheidungsträger zu identifizieren, um die aufgezeigten Klima- und Fragilitätsrisiken zu bearbeiten. Zusätzlich soll der Austausch zwischen japanischen und internationalen Experten zum Thema Klimasicherheit gestärkt werden und der Aufbau von Netzwerken vorangetrieben werden.