Vernetzte Nachbarn - Erforschung der sozialen Wirkung digitaler Medien

Two friends using mobile device and drinking tea after harvesting in the garden, London, UK, Europe,morning.

Digitalisierung gilt als eine der größten gesellschaftlichen Veränderungen der letzten Jahrzehnte. Insbesondere die Vielzahl an sozialen Medien transformiert Kommunikationsgewohnheiten und -möglichkeiten und damit soziale Beziehungen und politische Debattenkultur. Diese Veränderungsprozesse wirken bis in den unmittelbaren Sozialraum hinein. Inzwischen gibt es eine Vielzahl von digitalen Plattformen (z.B. nebenan.de), die das Ziel verfolgen Nachbarinnen und Nachbarn besser untereinander zu vernetzen.

Parallel zur wachsenden Popularität von sozialen Medien und digitalen Plattformen mit sozialräumlichem Bezug wird auch der Nachbarschaft im herkömmlichen, analogen Sinne zunehmend mehr Bedeutung beigemessen. Im Zuge von Globalisierung, Individualisierung und Digitalisierung gelten Nachbarschaften als lokale Orientierungspunkte, in denen Gemeinschaft erlebbar und politische Mitgestaltung möglich ist. Während der beschleunigte Austausch von Informationen und globale Vernetzung inzwischen als Normalität erlebt wird, werden die sozialen Effekte von Digitalisierung im Lokalen bislang wenig diskutiert.

Das Ziel des Forschungsprojektes „Vernetzte Nachbarn“ ist es daher Wissen und Empirie über das bislang wenig erforschte Feld zu generieren. Im Mittelpunkt steht die Frage, welche Effekte sozialraumorientierte, digitale Plattformen und sozialen Medien auf Gemeinschaftsbildung und lokale Demokratie in Quartieren haben. Können sie neue Formen der Nachbarschaftsbildung initiieren, von welcher Qualität und mit welchen Auswirkungen?

Zu diesem Zweck erhebt adelphi empirische Daten in zwei ausgewählten Nachbarschaften, befördert den Wissens- und Erfahrungsaustausch zum Thema und trägt die Einsichten des Projektes über eine interaktive Projektwebseite nach außen. Diese Online-Plattform dient nicht nur als Informationsportal, sondern vernetzt und aktiviert darüber hinaus relevante Akteure, beispielsweise indem sie über ein Crowd-Mapping in die Forschung eingebunden werden.

Das Projekt bedient sich einer Vielzahl an qualitativen Methoden, darunter Sozialraumanalyse, Expertengespräche, teilnehmende Beobachtung und Nutzerbefragungen. Durch einen Expertenworkshop und moderierte Online-Diskussionen sorgt adelphi für Wissens- und Erfahrungsaustausch unter den relevanten Akteuren. Die Ergebnisse sollen sowohl in die kommunale Praxis getragen werden, als auch einen Beitrag zum wissenschaftlichen Diskurs leisten.

adelphi leitet das Vorhaben und koordiniert die Arbeit der Projektpartner. Das Projekt wird in Kooperation mit Zebralog, einer Agentur für crossmediale Bürgerbeteiligung, durchgeführt. Des Weiteren ist adelphi federführend bei den Forschungsaktivitäten des Projektes.