Vulnerabilitäts- und Risikoanalyse für den Gesundheitssektor in Togo

Klimabedingte Faktoren können Gesundheitsrisiken erwiesenermaßen verschlimmern. Allergien, Atemwegserkrankungen, durch Wasser oder Krankheitsvektoren übertragene Infektionen und Herz-Kreislauf-Erkrankungen belasten Subsahara-Länder wie Togo schon heute stark. Durch Klimaphänomene wie Hitzewellen, Überflutungen und Dürren, ebenso wie das steigende Risiko von Extremwetter, das Naturkatastrophen verursachen kann, werden sie noch verstärkt. Dadurch wird der Klimawandel immer mehr zur Gefahr für die öffentliche Gesundheit. Veränderte Temperaturen und Regenfälle begünstigen Infektionen wie Malaria. Schlimmere Dürren und Hitzewellen führen zu Ernteausfällen und Nahrungsmangel, was die Bevölkerung anfälliger für Krankheiten macht. Zudem ist das Gesundheitssystem des Landes unterfinanziert, die Infrastruktur ist an vielen Stellen unzureichend oder veraltet, und es mangelt an geeignetem Personal. Das führt wiederum dazu, dass medizinische Versorgung nicht oder nur in schlechter Qualität verfügbar ist – während der Bedarf durch den Klimawandel zugleich immer höher wird.

Die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) unterstützt das togolesische Gesundheitssystem, in Zusammenarbeit mit dem Ministerium für Gesundheit und öffentliche Gesundheitspflege, mit dem ProSanté-Programm. Eines der Ziele von ProSanté ist es, das Gesundheitssystem resilienter gegenüber den Auswirkungen des Klimawandels zu machen - ein Beitrag zum übergreifenden Ziel, das Gesundheitswesen in Togo insgesamt zu stärken. In diesem Zusammenhang beauftragte die GIZ eine Vulnerabilitäts- und Risikoanalyse für den Gesundheitssektor in Togo. Die Aufgabe war, Gesundheitsrisiken zu identifizieren und zu analysieren, die durch die Auswirkungen des Klimawandels verursacht werden, sowie die Anpassungsfähigkeit des Gesundheitssystems zu untersuchen. Die Ergebnisse helfen, einen nationalen Sektoranpassungsplan zu entwickeln, der die Leistungsfähigkeit des Gesundheitssystems stärkt und damit die öffentliche Gesundheit und ihre Widerstandskraft gegen die Folgen des Klimawandels verbessert.

In diesem Rahmen haben adelphi und EPOS die GIZ dabei unterstützt, die Klimavulnerabilitäts- und Risikoanalyse durchzuführen. Zu diesem Zweck wurden in Workshops und Beratungen unter Einbezug aller Partner die wichtigsten Gesundheitsrisiken in Togo identifiziert. Wirkungsketten wurden entwickelt, die eine Basis für die Risikoanalyse nach dem Risikokonzept des 5. Assessment Report des IPCC bilden. Anschließend wurden Indikatoren ermittelt, mit denen die in den Wirkungsketten identifizierten Risikofaktoren gemessen werden können. Neben quantitativem Datensammeln ermöglichten mehrere Besuche im Feld den Expertinnen und Experten, vor Ort mit medizinischem Personal, Behördenvertretern und Repräsentanten verschiedener Gemeinschaften in mehreren Regionen zu sprechen. Schließlich wurde auf der Grundlage dieser Untersuchung eine Liste praktischer Anpassungsmöglichkeiten erstellt, um die Widerstandskraft des togolesischen Gesundheitssektors zu stärken. Neben dem Abschlussbericht, der bei einem finalen Auswertungsworkshop in Lomé vorgestellt wird, stellte das Team außerdem einen Plan zur Überwachung und Evaluation der Maßnahmen sowie eine Strategie für ihre Verbreitung bereit. adelphi war dabei für die Leitung und Durchführung der Risikoanalyse zuständig und spielte in allen Phasen des Projekts eine federführende Rolle.