Critical Review of the IPHE Working Paper “Methodology for Determining the GHG Emissions Associated with the Production of Hydrogen”

Cover_ Critical Review of IPHE Workingpaper on GHG-emissions from H2 production
Piria, Raffaele; Franziska Teichmann, Jens Honnen, Jakob Eckhardt, Christoph Heinemann, Dominik Seebach, Hauke Hermann 2021: Critical Review of the IPHE Working Paper “Methodology for Determining the GHG Emissions Associated with the Production of Hydrogen”. Berlin: adelphi/Öko-Institut.

Dieses Paper ist eine kritische Prüfung ausgewählter Aspekte des von der International Partnership for Hydrogen and Fuel Cells in the Economy (IPHE) Anfang Oktober 2021 veröffentlichten Entwurfs einer Methodology for Determining the Greenhouse Gas Emissions Associated with the Production of Hydrogen. Diese Methodologie könnte für die Energiewende und den globalen Klimaschutz sehr relevant sein: Die darin beschriebene Vorgehensweise könnte die Basis für einen zukünftigen internationalen Standard werden.

Unser Paper bietet allen am Konsultationsprozess der IPHE Methodologie Beteiligten eine faktenbasierte Bewertung des Entwurfs.

Unter anderem ziehen wir in diesem Paper den Schluss, dass die IPHE Methodologie, die flüchtige Methanemissionen substanziell unterschätzt. Laut dem Entwurf der IPHE Methodologie können die Daten über die vorgelagerten Methanemissionen allein auf die Angaben der Erdgasversorger beruhen, während die EU Methanstrategie darauf abzielt, ein unabhängiges internationales Gremium für das Monitoring von Methanemissionen und zur Prüfung von Unternehmensberichterstattung in diesem Bereich zu schaffen. Darüber hinaus gibt die EU Methanstrategie dem Monitoring von Methanemissionen durch Satelliten und Drohnen eine große Bedeutung, wohingegen der Entwurf der IPHE Methodologie dies nicht erwähnt und so verstanden werden könnte, dass dies ausgeschlossen wird. Schließlich bezieht sich die IPHE-Methodologie auf einen nicht mehr aktuellen und zu niedrigen Wert bezüglich des Global Warming Potential von Methan.

Ohne auf diese Punkte einzugehen, würde die IPHE Methodologie daher Wasserstoffherstellungsverfahren begünstigen, die zu höheren Methanemissionen führen, konkret die Methan-Dampfreformierung mit und ohne CCS-Technologie (blauer und grauer Wasserstoff).

Für die Wasserstoffherstellung mittels Wasserelektrolyse könnte die IPHE Methodologie die Emissionswirkung in einigen Projekt-Settings unterschätzen, wenn der Strom aus dem öffentlichen Netz bezogen wird. Zudem ist die Vergleichbarkeit von CO2-Emissionen von Wasserstoff aus verschiedenen Ländern weder in Bezug auf Strom noch auf Methan gewährleistet.

Insgesamt entspricht der Entwurf der IPHE Methodologie weder der EU Wasserstoffstrategie noch der EU Methanstrategie noch den Bestimmungen der EU-Richtlinie für Erneuerbare Energien.