Koordination sektoraler Interessen im Nexus zwischen Wasser-, Energie und Landwirtschaft – Mechanismen und Interessen in Deutschland

Blumstein, Sabine; Annika Kramer and Alexander Carius 2017: Koordination sektoraler Interessen im Nexus zwischen Wasser-, Energie und Landwirtschaft. Mechanismen und Interessen in Deutschland. Eschborn: Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH.

Die Nachfrage nach Wasser, Energie und landwirtschaftlichen Produkten steigt weltweit kontinuierlich an. Die enge Verknüpfung (Nexus) dieser Ressourcen birgt sowohl Chancen als auch Risiken: Entwicklungen in einem Sektor können sich negativ auf die Entwicklungen in anderen Sektoren auswirken. Gleichzeitig können koordinierte Ansätze mögliche Synergien erzeugen. Dementsprechend ist eine enge Abstimmung zwischen verschiedenen Sektoren und Akteuren wichtig. Die politische Struktur in den meisten Ländern ermöglicht jedoch nur den Umgang mit Nexus-Themen entlang fachspezifischer Sektoren. Darüber hinaus üben auch Ministerien der deutschen Bundesländer sowie EU-Gesetze einen starken Einfluss auf politische Prozesse aus. Mit Blick auf diese horizontalen und vertikalen Abhängigkeiten bedarf es eines koordinierten Ansatzes, der die Aktivitäten der politischen Akteure der verschiedenen Sektoren und Ebenen aufeinander abstimmt.

In der vorliegenden, von der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH in Auftrag gegebenen Studie analysiert adelphi, wie die Koordination über verschiedene Sektoren und Politikebenen in Deutschland umgesetzt wird. Im ersten Teil identifizieren die Autoren allgemeine Mechanismen für die interministerielle und intersektorale Koordinierung bei der Entwicklung von sektoralen Politiken, die darauf abzielen, Interessenkonflikte im Bereich des Nexus zwischen Wasser-Energie- und Ernährungssicherheit zu beheben. In einem zweiten Teil untersuchen sie, wie eine solche Koordination im Fall der landwirtschaftlichen Düngung und der Novellierung der Düngeverordnung realisiert wurde. Im letzten Teil zieht die Studie einige themenübergreifende Schlussfolgerungen und reflektiert die Übertragbarkeit der Ergebnisse auf andere nationale Kontexte.