Planetary boundaries: Challenges for science, civil society and politics

Cover Planetary Boundaries
Keppner, Benno; Walter Kahlenborn, Holger Hoff, Wolfgang Lucht and Dieter Gerten 2020: Planetary boundaries: Challenges for science, civil society and politics. Dessau-Roßlau: Umweltbundesamt.

Das Konzept der „Planetaren Grenzen“ wurde 2009 durch eine internationale Forschergruppe um Johan Rockström formuliert und 2015 durch Will Steffen und weitere Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler überarbeitet und aktualisiert. Das Konzept entstand vor dem Hintergrund des Zeitalters des Anthropozäns, das verbunden ist mit einem schnell wachsenden Druck auf die Umwelt, einer immer stärkeren Degradation und Verknappung von globalen Umweltgütern und einer möglichen Gefährdung der Funktionen des Erdsystems. Insgesamt entsteht die Gefahr, sogenannte tipping points (Kipp-Punkte) anzustoßen, die die Ökosysteme und damit letztlich auch sozial-ökologische Systeme dauerhaft aus ihrem bisherigen Gleichgewicht bringen oder die Resilienz des Erdsystems durch graduellen Wandel beeinträchtigen.

Die wichtigste Herausforderung für die weitere Bearbeitung des Konzeptes der Planetaren Grenzen stellen, neben der wissenschaftlichen Weiterentwicklung, die Übersetzung und Operationalisierung des Konzepts dar. Das Vorhaben Planetare Grenzen – Anforderungen an die Wissenschaft, Zivilgesellschaft und Politik setzte an dieser Herausforderung an und untersuchte die Stärken, Schwächen sowie Chancen und Risiken des Konzeptes. Ziel war es, die Anforderungen, die das Konzept an Politik, Wissenschaft, Zivilgesellschaft und Wirtschaft stellt, zu analysieren und entsprechend konkrete Informationen für die politische Umsetzung bereitzustellen.

Dieser Bericht fasst die Ergebnisse des Vorhabens zusammen. Nach einer Einführung in das Konzept der Planetaren Grenzen wird der Stand des Wissens der Risiken bei Grenzüberschreitung dargestellt sowie das Konzept des Anthropozäns analysiert. Weitere Schwerpunktthemen sind Ansätze zur Disaggregierung des Konzepts, das Umweltkommunikationspotenzial sowie die Unterstützung einer nationalen integrierten Stickstoffstrategie.