Rolle der Digitalisierung im Gebäudebereich – Eine Analyse von Potenzialen, Hemmnissen, Akteuren und Handlungsoptionen

Rolle der Digitalisierung im Gebäudebereich
Müller, Christian; Anton Barckhausen, Marian Bons, Dr. Jost Eder, Annika Hercegfi, Dr. Helge Maas, Dr. Christian Nabe, Markus Offermann, Axel Scheelhaase, Martina Schmitt, Nana von Rottenburg und Roman Zurhold 2018: Rolle der Digitalisierung im Gebäudebereich. Eine Analyse von Potenzialen, Hemmnissen, Akteuren und Handlungsoptionen. Berlin: Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi).

Wie kann mit Hilfe der Digitalisierung die Energieeffizienz und die Nutzung erneuerbarer Energien in Wohn- und Nichtwohngebäuden gesteigert werden? Dieser Frage sind die Autoren dieser umfassenden Analyse nachgegangen und haben die entsprechenden Potenziale identifiziert, konkretisiert und bewertet. 

Im ersten Teil der Studie werden die verschiedenen Anwendungsfälle beschrieben und hinsichtlich ihres Beitrags zur Steigerung der Energieeffizienz und zur verstärkten Nutzung erneuerbarer Energien bewertet. Die Anwendungsfälle beziehen den gesamten Gebäudebestand mit ein und umfassen zwei große Themenfelder:

  1. digitale Werkzeuge zur energetisch optimierten Planung, Realisierung und Betrieb von Gebäuden (BIM)
  2. Steigerung der Energieeffizienz durch Informations- und Kommunikationstechnik 

Dabei werden auch einzelwirtschaftliche und systemische Kosten sowie der notwendige Gebäudeautomatisierungsgrad mit betrachtet. Im Ergebnis konnte auf Grundlage dieser Bewertung die Zahl der Anwendungsfälle für die drei betrachteten Gebäudetypen (Ein- und Zweifamilienhaus (EFH/ZFH), Geschosswohnungsbau (GWB) und Nichtwohngebäude (NWG)) auf folgende fünf Fälle reduziert werden: 

  1. Industrielle Sanierung mit BIM im Geschosswohnungsbau unter Berücksichtigung von BIM-Planung  
  2. Steigerung der Systemdienlichkeit erneuerbarer Energien im Wärmebereich in Nichtwohngebäuden unter Beachtung der Potenziale im Geschosswohnungsbau  
  3. Optimierung des Eigenverbrauchs aus erneuerbaren Energien in Ein- und Zweifamilienhäusern unter Beachtung von Mieterstrommodellen im Geschosswohnungsbau 
  4. Steigerung der Energieeffizienz durch Transparenz in Ein- und Zweifamilienhäusern und im Geschosswohnungsbau 
  5. Steigerung der Energieeffizienz durch Steuerung in Nichtwohngebäuden  

Für diese Fälle wurden im Anschluss Hemmnisse und Lücken benannt und nach Schwere und Abbaubarkeit des Hemmnisses bewertet. Hierbei wurden insbesondere die Hemmnisse genauer analysiert, die eine hohe Bedeutung haben und zugleich gut abbaubar sind. Um von der Problembeschreibung zur Entwicklung von Lösungsansätzen zu kommen, wurden im nächsten Arbeitsschritt zu den identifizierten Hemmnissen und Lücken entsprechende Lösungsansätze entwickelt und mit Stakeholdern diskutiert. Zum Abschluss der Studie wurden auf Grundlage der durchgeführten Analysen und des Austauschs mit Experten und Stakeholdern Handlungsempfehlungen entwickelt, die sich sowohl auf Empfehlungen für vertiefende Untersuchungen als auch auf konkrete Maßnahmen beziehen.