Das Expertennetzwerk Klimasicherheit geht online

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Um klimabedingten Sicherheitsrisiken wirksam begegnen zu können, sind die Vereinten Nationen auf kompetente Unterstützung und regionale Fachexpertise angewiesen. Hier setzt das Climate Security Expert Network (CSEN) an.

25.11.2019

International besteht weitgehend Einigkeit darüber, dass der Klimawandel ein Risikomultiplikator ist und die Stabilität von Staaten und Gesellschaften gefährdet. Doch bisher gibt es kein gemeinsames Verständnis oder politische Einigkeit darüber, was angesichts dieser Risiken zu tun sei. Um Wissenslücken zu schließen und klimabedingte Sicherheitsrisiken klarer auf der politischen Agenda der Vereinten Nationen zu platzieren, haben adelphi und das Auswärtige Amt verschiedenste Akteure aus aller Welt zusammengebracht und das Climate Security Expert Network (CSEN) gegründet.

Wie arbeitet das Climate Security Expert Network?

Das CSEN unterstützt politische Entscheidungsträger/-innen der Vereinten Nationen und darüber hinaus dabei, Wissen zu Klimafragilitätsrisiken zusammenzufassen und leicht zugänglich zu machen. Das CSEN besteht aus rund 30 internationalen Experten und Expertinnen aus den Bereichen Wissenschaft, Außen- und Sicherheitspolitik sowie Nichtregierungsorganisationen. Sie fassen Erkenntnisse aus Forschung und Praxis zusammen, erarbeiten Empfehlungen für größere Widerstandsfähigkeit gegen Klimarisiken und tragen dazu bei, ein gemeinsames Verständnis der Herausforderungen, aber auch der Chancen der Bewältigung klimabedingter Sicherheitsrisiken zu schaffen. Daher erstellt das Netzwerk thematische und geografische Analysen. Die geografischen Analysen bestehen aus zweiseitigen Fact Sheets. Die längeren Risikoanalysen stellen wiederum ausführlicheren Kontext und eine tiefergehende Analyse bereit.

Risikoanalysen zu Afghanistan, Äthiopien, der Pazifikregion und Südasien

Die ersten vier Risikoanalysen – zu Afghanistan, Äthiopien, der Pazifikregion und Südasien – sind bereits auf der Website verfügbar. Die Berichte zeigen, wie der Klimawandel Armut verschärfen, Regierungsführung schwächen und zu Instabilität beitragen kann: Häufigere Dürren in Afghanistan kurbeln beispielsweise die Drogenwirtschaft im Land an, indem sie Bauern zusätzliche Anreize bieten, dürreresistenten Schlafmohn anzubauen.   

Klimawandel und Sicherheit: die Debatte vorantreiben

Interessierte Leserinnen und Leser finden auf der Website auch eine Liste häufig gestellter Fragen (FAQs) die Aufschluss darüber geben, warum der Klimawandel eine Bedrohung für die internationale Sicherheit und damit eine Aufgabe für den VN-Sicherheitsrat (VNSR) ist, sowie eine kurze Geschichte des Engagements des VNSR in dieser Frage.

Der VN-Sicherheitsrat ist ein wesentlicher Akteur, wenn es darum geht, die Debatte um Klimasicherheit voranzutreiben und wirksames Handeln zu fördern. Der bei der ersten Berlin Climate Security Conference im Jahr 2019 veröffentlichte „Berlin Call to Action“ unterstreicht die Bedeutung des Sicherheitsrats und fordert 1) eine fakten- und evidenzbasierte Planung 2) eine gestärkte Handlungsfähigkeit der VN und 3) mehr politische Kohärenz bei operativen Einsätzen.

Hintergrundinformationen

adelphi leitet das Sekretariat des Netzwerks, das durch eine Zuwendung des Auswärtigen Amtes ermöglicht wird. Das Netzwerk wird seine Arbeit in den kommenden Monaten und Jahren fortsetzen, neue regionale Risikoprofile erarbeiten und Konsultationsprozesse durchführen.

Für weitere Informationen besuchen Sie bitte die Website des Climate Security Expert Network oder kontaktieren Sie das Sekretariat des Netzwerks.