Wie die weltweite Kommunikation zur Biodiversität verbessert werden kann

Den meisten Verbraucher:innen ist noch immer nicht bewusst, wie ihr Konsum mit dem weltweiten Rückgang der biologischen Vielfalt zusammenhängt. Ein neues Online-Kommunikations-Toolkit, das adelphi mitentwickelt hat, soll nun die weltweite Biodiversitätskommunikation grundlegend verändern.

15.03.2022

Beim Einkauf vor dem Regal oder dem Bildschirm stellt man sich kaum die Frage, was der eigene Konsum mit dem raschen Verlust der biologischen Vielfalt zu tun hat. Dennoch wäre es gut, sich einmal zumindest einen groben Überblick über diesen Zusammenhang zu verschaffen. Schließlich geht es hierbei um eine globale Herausforderung, die alle Menschen gleichermaßen betrifft. Um den durch nicht-nachhaltigen Konsum verursachten Verlust der Biodiversität und Ökosystemleistungen zu stoppen, muss schnell gehandelt und zielgerichtet kommuniziert werden: Ein neues Online Communication Toolkit zum Thema Biodiversität und Konsum soll nun dazu beitragen, das Bewusstsein für die verheerenden Auswirkungen konventioneller Konsummuster auf die Natur zu schärfen.

Mit dem innovativen Biodiversity Communication Toolkit soll der Paradigmenwechsel gelingen: Es verfolgt das Ziel, Veränderungen im Verhalten der Verbraucher:innen, in den Geschäftspraktiken und in der Politik hin zu nachhaltigeren, umweltfreundlicheren Lösungen zu fördern. Das Toolkit gibt Multiplikator:innen verschiedene Werkzeuge an die Hand, um effektiv über die Auswirkungen des Konsumverhaltens auf die Biodiversität zu kommunizieren. „Die Verbindung von Biodiversität und Konsum ist heute in der gesellschaftspolitischen Diskussion noch immer ein Nischenthema. Und was die Kommunikation für Verbraucher:innen zu diesem Thema betrifft, stehen wir noch in den Startlöchern. Genau deshalb wollen wir das jetzt ändern und entschlossen vorangehen“, sagt adelphi-Experte Jan Christian Polanía Giese, Senior Manager und Leiter des Teams Nachhaltiger Konsum bei adelphi.

Alle können im Alltag Biodiversitätsheld:innen sein

„Wir wollen ein globales Verständnis und eine Erzählung für die Kommunikation über die Zusammenhänge zwischen Konsum und biologischer Vielfalt schaffen“, ergänzt Julia Olliges, adelphi-Consultant für nachhaltige Lebensstile. Und zwar so: In drei Rubriken – „Get informed!“, „Get inspired!“ und „Get going!” – stellt das Toolkit ansprechende (englischsprachige) Infomaterialien zur freien Verwendung bereit. In einer virtuellen Bibliothek befinden sich Infografiken mit Alltagstipps für Verbraucher:innen und Briefing-Dokumente mit klaren Maßnahmenempfehlungen für Entscheidungstragende in Politik und Wirtschaft.

Außerdem umfasst es Hintergrundinformationen und Studien zum Thema naturverträglicher Konsum, einen Kommunikationsleitfaden, um häufige Fehler bei der Kommunikation über Konsum und Biodiversität zu vermeiden, sowie inspirierende Best-Practice-Beispiele zu öffentlichkeitswirksamen Kampagnen. „Es geht uns bei dem Toolkit besonders um das „wie“. Wir wollen nicht nur die Probleme beschreiben, sondern auch den wichtigen Akteur:innen konkrete Hilfestellung geben, wie sie etwas verändern können, um Verbraucher:innen besser für ein komplexes Thema zu sensibilisieren“, fügt adelphi-Analystin Ulrike Knörzer hinzu, die im Rahmen des Projekts eine Kommunikationsanalyse durchgeführt hat.  

Als Beispiele und Elemente des Toolkits seien an dieser Stelle die visuell ansprechend gestalteten Infografiken hervorgehoben. Sie veranschaulichen die sogenannten „heißen Themen“ – intensive Landwirtschaft, die Modeindustrie, die Forstwirtschaft, der Tourismus sowie die Informations- und Kommunikationstechnologie – und geben Verbraucher:innen einfache Empfehlungen für den Alltag, die große Auswirkungen haben können. Wie man also zum Biodiversitätsheld beziehungsweise zur Biodiversitätsheldin wird, erfährt man hier einprägsam.

Globale Teamarbeit für den Paradigmenwechsel

Entwickelt wurde das Toolkit im Rahmen des Projektes „Gemeinsam für naturverträglichen Konsum durch Information, Kommunikation und internationale Kooperation“ in enger Kooperation mit dem internationalen One Planet Network des Umweltprogramms der Vereinten Nationen. Seine Entwicklung wurde durch das Bundesamt für Naturschutz (BfN) und das Bundesumweltministerium (BMUV) unterstützt.

Um noch mehr über das Biodiversity Online Communication Toolkit zu erfahren, besuchen Sie die Website (in englischer Sprache).

Kontakt: Jan Christian Polanía Giese und Julia Olliges