Zweiter Koreanisch-Deutscher Energietag: Fokus auf Systemintegration erneuerbarer Energien

Strommasten

Beim zweiten Koreanisch-Deutschen Energietag diskutierten rund 100 Expertinnen und Experten die Chancen intelligenter Netze für die Systemintegration erneuerbarer Energien. Die Veranstaltung fand am Rande der 8. Internationalen Erneuerbare Energien Konferenz (KIREC) in Seoul statt.

29.10.2019

Deutschland und Korea stehen bei der Transformation ihrer Energiesysteme vor ähnlichen Herausforderungen: Beide Länder wollen ihre CO2-Emissionen signifikant reduzieren, den Anteil erneuerbarer Energien sukzessive ausbauen sowie die Energieeffizienz deutlich steigern. Gleichzeitig soll der Ausstieg aus der Kernenergie erfolgen und der Anteil fossiler Brennstoffe reduziert werden. Da beide Nationen eine starke industrielle Basis aufweisen, müssen auch Versorgungssicherheit und Wettbewerbsfähigkeit konsequent mitgedacht werden.

Aktuelle Situation der Energiesysteme in Deutschland und Korea

Der Anteil erneuerbarer Energien am Strommix ist in Korea bislang geringer als in Deutschland. Jedoch wird Korea auch bei geringeren Anteilen vor ähnlichen technischen Herausforderungen stehen wie Deutschland, da die Nation nicht mit ihren Nachbarländern vernetzt ist. Beide Länder müssen daher für die Integration der erneuerbaren Energien ihre Stromnetze ausbauen, optimieren und digitalisieren. Sowohl in Deutschland als auch in Korea besteht ein Ungleichgewicht zwischen den Produktionsorten erneuerbarer Energien und den Verbrauchszentren. Beide Nationen stehen zudem vor dem Problem, dass Teile der Bevölkerung den Ausbau der erneuerbaren Energieerzeugung und der Stromnetze ablehnen.

Voneinander lernen: Koreanische Smart Grids und deutsche Netzflexibilisierung

Rund 100 Expertinnen und Experten aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft diskutierten vor diesem Hintergrund über Lösungsansätze für die Systemintegration erneuerbarer Energien und die Potenziale intelligenter Netze. Während Korea federführend im Bereich der Energiespeicher- und Smart-Grid-Technologien ist, verfügt Deutschland über umfassende Expertise beim Ausbau erneuerbarer Energien und der Flexibilisierung der Stromnetze. In den Keynotes wurden neben den Herausforderungen vor allem die vielfältigen Chancen betont, die für beide Länder durch die Energiewende entstehen und die es durch entsprechende Gestaltung zu nutzen gilt. Die Keynotes wurden von Jeong-Il Kim, Abteilungsleiter für Innovationspolitik des koreanischen Ministry of Trade, Industry and Energy (MOTIE), und Thorsten Herdan, Abteilungsleiter für Energie, Wärme und Effizienz des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) gehalten.

Beim Energietag kamen zudem auch Akteure der Energiewirtschaft zu Wort:  Übertragungs- und Verteilnetzbetreiber (50Hertz, KEPCO) sowie Anbieter von Energiespeichersystemen (Samsung SDI, QINOUS) und intelligenten Stromnetzen (LSIS, Next Kraftwerke, TÜV SÜD Korea). Es wurden Demonstrationsvorhaben präsentiert und gemeinsame Herausforderungen diskutiert.

Einigkeit bestand am Ende des Tages vor allem über das große Potenzial, das eine intensivere Zusammenarbeit zwischen Korea und Deutschland bei der gemeinsamen Überwindung technischer Herausforderungen für die erfolgreiche Gestaltung der Energiewende in beiden Ländern birgt.

Hintergrundinformationen zur Veranstaltung

Veranstaltet wurde der 2. Koreanisch-Deutsche Energietag am 24. Oktober 2019 im Rahmen der 8. Internationalen Erneuerbare Energien Konferenz (KIREC) in Seoul. Zusammen mit der AHK Korea lud adelphi im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) und des koreanischen Ministry of Trade, Industry and Energy(MOTIE) ein.