Polnisch-deutsche Kooperation im Klimaschutz und zur Luftreinhaltung in Städten

E-Mobilität in Warschau

In Polen haben bis heute mehr als 800 Kommunen Fördermittel für die Entwicklung von Niedrigemissionsplänen beantragt. Dies ist ein ermutigendes Signal, denn Kommunen leisten weltweit einen zentralen Beitrag für den Klimaschutz in der Europäischen Union. Nichtsdestotrotz besteht weiterhin Handlungsbedarf: Angesichts der hohen Anzahl kleiner kohlebefeuerter Heizanlagen und des wachsenden Transportsektors bleibt die Luftverschmutzung eine der wichtigsten Herausforderungen in Polen, insbesondere in urbanen Ballungsräumen.

Um die Transformation zu einer emissionsarmen Wirtschaft voranzubringen, hat dieses Projekt den Erfahrungsaustausch und die Zusammenarbeit von deutschen und polnischen Kommunen sowie weiterer wichtiger Akteure gestärkt. Im Fokus lagen die Synergien zwischen Klimaschutz und Luftreinhaltung sowie ökologische und ökonomische Vorteile, die integrierte Niedrigemissionsstrategien auf die lokale Ebene bringen. Zu diesem Zweck wurden verschiedene Dialogveranstaltungen und Möglichkeiten zum gemeinsamen Lernen organisiert.

Als Basis dafür diente eine Projektwebsite, die den insgesamt 17 Projektteilnehmern Raum für Wissenstransfer und die Präsentation eigener Vorhaben gab. Diese konzentrierten sich auf Strategien und Maßnahmen in den Bereichen erneuerbare Energien, Energieeffizienz, Mobilität, Stadtentwicklung und Bewusstseinsbildung. Jährliche Workshops ermöglichten es den Kommunen sich gemeinsam mit einem spezifischen Thema aus diesen Bereichen im Detail auseinanderzusetzen. Durch gezielte Beratung unterstützte adelphi zudem vier polnisch-deutsche Städtepartnerschaften bei der Verstärkung ihrer Zusammenarbeit im Bereich kommunaler Klimaschutz. In bilateralen Arbeitstreffen wurde die Entwicklung gemeinsamer Projekte im Bereich Niedrigemissionswirtschaft vorangetrieben. Außerdem erhielten die 13 Teilnehmerkommunen aus Polen die Gelegenheit, bei einem strategischen Coaching ihre Niedrigemissionsprojekte und Strategien mit Experten zu diskutieren. Dabei wurden wertvolle Impulse von außen und gegenseitiger Erfahrungsaustausch miteinander verknüpft. Das Coaching diente dazu, den Entwicklungs- und Umsetzungsprozess der Niedrigemissionsstrategien genauer zu beleuchten. Darüber hinaus führte adelphi Akteure aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft in zwei Gesprächsrunden zusammen, in denen der Übergang zu einer emissionsarmen Wirtschaft im größeren gesellschaftlichen Kontext diskutiert wurde. Durch die Kombination aus horizontalem und vertikalem Dialog innerhalb des Projekts wurde eine grenzüberschreitende Plattform für den Austausch und die Netzwerkbildung zwischen Akteuren der Niedrigemissionswirtschaft beider Länder geschaffen.

In einem Erfahrungsbericht, der die Projektergebnisse bündelt, werden konkrete Handlungsempfehlungen für Kommunen zum Aufbau von Klimaschutzpartnerschaften abgeleitet. Diese sind mit kompakten Checklisten zur Konzeption und Durchführung angereichert. Die abschließende Präsentation individueller Erfahrungen von vier Klimaschutzstädtepartnerschaften gibt einen Einblick in die Praxis interkommunaler Kooperation auf europäischer Ebene und ermutigt Kommunen den Blick über den Tellerrand zu wagen.

adelphi setzte das Vorhaben in Kooperation mit dem polnischen Städtenetzwerk Energie Cités (PNEC), WiseEuropa und dem Institut für Nachhaltige Entwicklung (ISD) um.

Das Projekt wurde vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) mit Mitteln des Beratungshilfeprogramms (BHP) für den Umweltschutz in den Staaten Mittel- und Osteuropas, des Kaukasus und Zentralasiens sowie weiteren an die Europäische Union angrenzenden Staaten gefördert und vom BMU und dem Umweltbundesamt (UBA) fachlich begleitet.

Publikationen des Projekts