Nachhaltigkeit von Konsum und Produktion in Asien stärken

Asiens Volkswirtschaften wachsen, wodurch Umweltzerstörung und der Druck auf natürliche Ressourcen zunehmen. Ziel des von der EU initiierten SWITCH-Asia-Programms ist es daher, nachhaltige Konsum- und Produktionsmuster zu fördern. Seit 2008 unterstützt adelphi diese Bemühungen.

Circa 34.000.000 Kilowattstunden, 50.000.000 Liter Wasser und 3.000.000 Euro – dies sind einige der jährlichen Einsparungen, die nur durch eines der mehr als 145 SWITCH-Asia-Projekte erreicht werden. Das entspricht Einsparungen von 8500 Vier-Personen-Haushalten pro Jahr und Wassereinsparungen in einer Menge von rund 23 50-Meter-Schwimmbecken.

Mit SWITCH-Asia möchte die Europäische Union den Wandel hin zu kohlenstoffarmen, ressourceneffizienten und kreislaufbasierten Volkswirtschaften in Asien unterstützen. Es sollen nachhaltige Konsum- und Produktionsmuster in Asien und grünere Lieferketten zwischen Asien und Europa gefördert werden.

Die SWITCH-Asia-SCP-Fazilität für nachhaltige Konsum- und Produktionsweisen

Im Jahr 2017 hat die Europäische Kommission die SWITCH-Asia Sustainable Consumption and Production (SCP) Facility (SCP, nachhaltige Konsum- und Produktionsweisen) in Bangkok eingerichtet. Die Einrichtung verfolgt das Mandat, die Koordination und den Wissensaustausch zwischen SWITCH-Asia-Akteur*innen zu erleichtern. Gleichzeitig ist sie eine Plattform für alle SWITCH-Asia-Projekte. Durch gezielte Regierungsberatung stärkt die Fazilität auch die Integration von nachhaltigen Konsum- und Produktionsrichtlinien auf nationaler Ebene und Sektor für Sektor. Damit unterstützt die SCP-Fazilität Regierungen in Asien darin, ihre Verpflichtungen hinsichtlich des Nachhaltigkeitsziels 12 („Nachhaltiger Konsum und Produktion“) einzuhalten.

Die Fazilität wird von adelphi gemeinsam mit der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) und dem Institute for Global Environmental Strategies (IGES) umgesetzt. adelphis Büro in Bangkok unterstützt die Fazilität.

Khao Kho, Thailand

Welchen Einfluss hat die SCP-Fazilität?

Durch die gezielte Zusammenarbeit mit Regierungen und anderen Beteiligten soll die Politik für nachhaltige Konsum- und Produktionsweisen in Asien gefördert werden. Weiterhin sollen Best Practices etabliert werden, um langfristig verbesserte nachhaltige Konsum- und Produktionsmuster sicherzustellen. Durch die Beratung von Regierungsvertreter*innen und anderen wichtigen Akteur*innen erfolgt auch ein Aufbau von neuen Fähigkeiten. Indem die Kommunikation und das Wissensmanagement rund um Ausführungsprojekte unterstützt wird, trägt die Fazilität außerdem dazu bei, dass Erfolgsgeschichten von nachhaltigem Konsum und nachhaltiger Produktion in ganz Asien bekannter werden.

Neben Personal stellt adelphi auch Branchen- und Fachexpert*innen bereit. Diese arbeiten direkt mit den für nachhaltigen Konsum und nachhaltige Produktion zuständigen Regierungsvertreter*innen zusammen. Darüber hinaus analysieren sie auch die Finanzierung für nachhaltige Geschäftsszenarien und die Auswirkungen des SWITCH-Asia Grant Scheme für die Europäische Kommission. 

adelphi ist zudem an einigen SWITCH-Asia-Implementierungs- und Beratungsprojekten beteiligt, beispielsweise an der Förderung von nachhaltigem Konsum und nachhaltiger Produktion im Green Building Code von Pakistan, der Förderung von ressourceneffizienter Metallverarbeitung, der (Wieder-)Einführung von nachhaltiger Seidenherstellung in Usbekistan und Tadschikistan oder der Vermeidung von Meeresverschmutzung auf den Malediven. Lesen Sie weiter, um mehr über diese Projekte zu erfahren.

Nachhaltiger Konsum und nachhaltige Produktion im Green Building Code in Pakistan

In den Jahren 2020 und 2021 berieten die adelphi-Expert*innen Pakistans Ministerium für Klimawandel (MoCC) zur Entwicklung eines Green Building Code (grüne Bauvorschriften). Das Ministerium spielt bei der Umstellung hin zu nachhaltigem Konsum und nachhaltiger Produktion eine führende Rolle und hat die politischen Richtlinien für den Green Building Code festgelegt. Als leitende Behörde kann es die Aktivitäten mit anderen Behörden bei der Durchführung von SCP in allen Sektoren und Behörden im ganzen Land wirksam koordinieren. Die Expert*innen haben Chancen und Herausforderungen für die Entwicklung eines Green Building Codes analysiert, Fachkräfte aus verschiedenen Stakeholder-Gruppen interviewt und eine detaillierte Roadmap für den Implementierungsprozess erstellt. Darüber hinaus führten die Partnerorganisationen zwei Multi-Stakeholder-Workshops durch. Die Ergebnisse wurden in zwei Flagship-Berichten veröffentlicht.

Karachi, Pakistan

Ressourceneffiziente Metallverarbeitung: das METABUILD-Projekt

Von 2016 bis 2020 war adelphi Teil des METABUILD-Projektkonsortiums, das 400 kleine und mittlere Unternehmen aus den Sektoren Metallverarbeitung und Gebäude in Bangladesch, Nepal und Sri Lanka unterstützte. Die eingangs erwähnten jährlichen Energie- Wasser- und Kosteneinsparungen sind übrigens das Ergebnis eines durch METABUILD geförderten Projekts. Ein weiteres Unternehmen, das von METABUILD profitierte, ist Hulas Wires, das Stahldraht produziert. „Wir konnten Energie sparen, unseren Brennstoff- und Wasserbedarf reduzieren und auch die Umweltverschmutzung stark verringern“, erklärte Sanjeev Kumar Jha, Managementvertreter von Hulas Wire. Neben den positiven Effekten für einzelne Unternehmen gibt es weitere vorteilhafte Auswirkungen durch METABUILD.

So hat adelphi etwa 30 Finanzinstitutionen darin geschult, Cleantech- und nachhaltige Finanzierungsprodukte zu entwickeln. Ein anderer Fokus war der Kapazitätsaufbau bei lokalen Teams, die befähigt wurden, noch weitere kleine und mittlere Unternehmen zu unterstützen. Dies wurde erreicht durch Training-of-Trainers-Workshops.

Meeresmüll in der Lakkadivensee vermeiden

Jedes Jahr werden auf den Malediven nahezu 25.000 Tonnen Plastikmüll erzeugt. Bis zu zwei Drittel davon landen in Küstenbereichen. Im Jahr 2021 startete das PROMISE-Projekt mit einer Strandsäuberungsaktion auf der Insel Hulhumalé: Mehr als 450 Kilogramm Müll wurden innerhalb einer Stunde gesammelt, davon 135 Kilogramm wiederverwertbare Abfälle.

Auch das PROMISE-Projekt ist Teil des SWITCH-Asia-Programms. Die Strandsäuberung war nur der Beginn des Projekts, das dazu beiträgt, dass kein Müll vom Land aus in die Lakkadivensee gelangt. Die Lakkadivensee grenzt an Indien, die Malediven und Sri Lanka an. Das Projekt steigert die touristische Attraktivität, trägt zum Erhalt mariner Ökosysteme bei und verbessert die Lebensbedingungen der lokalen Bevölkerung. So leistet es einen wichtigen Beitrag dazu, Meeresmüll in allen drei Ländern einzudämmen, während es parallel Unterstützungsangebote für Tourismusunternehmen entwickelt, mit besonderem Fokus auf Kleinst-, kleine und mittlere Unternehmen, sowie regionale Governance-Strukturen fördert. Hier erfahren Sie mehr.

Plastikabfälle für 3D-Druck nutzen

Ein kreativer Ansatz, um Plastikmüll wieder in die Kreislaufwirtschaft einzubringen und gleichzeitig Frauen aus der Armut zu befreien, wird im Projekt PROTOPRINT genutzt: Plastikmüll wird von indischen Müllsammlern – oftmals Frauen – gesammelt, um thermoplastisches Filament herzustellen, das für 3D-Drucker genutzt wird. Das Ziel ist es, diese Technologie zu nutzen, um Müllsammler*innen, die solche Polyethylene hoher Dichte sammeln, zu erfolgreichen Mikrounternehmer*innen in der Abfallentsorgung zu machen. Bisher sind die Arbeitenden Teil des informellen Sektors, haben wenig Verhandlungsmacht und werden nicht angemessen bezahlt. Indem Produktionsstätten für den 3D-Druck eingerichtet und die Müllsammler*innen dabei unterstützt werden, ihren Plastikmüll an jene zu verkaufen, werden sie Teil des formellen Arbeitsmarkts und erhalten einen Weg heraus aus der Armut. 

Nachhaltige Seiden- und Ikatherstellung in Usbekistan und Tadschikistan

Ein weiteres faszinierendes EU-Switch-Asia-Programm mit adelphi-Beteiligung zielt darauf ab, die Wertschöpfungsketten der Seidenherstellung über die Grenzen Usbekistans und Tadschikistans hinweg wieder zusammenzuführen und dabei Nachhaltigkeitsprinzipien einzuführen oder wiederzubeleben. Zum einen sollen dabei verstärkt biologische Färbemittel zum Einsatz kommen, zum anderen wird ein nachhaltiger Umgang mit Wasser allgemein und insbesondere das nachhaltige Management von Abwasser aus den Nassverfahren gefördert. Darüber hinaus sollen auch kreislaufwirtschaftliche Designtechniken gefördert werden. Gleichzeitig können die Länder durch einen internationalen Ansatz, der die Zertifizierung von Bio-Seide und die Verbreitung von Ikat und anderen Seidenstoffen auf lokalen und globalen Märkten vorsieht, die Position der zentralasiatischen Länder als Herkunftsregion von Seidenprodukten stärken. Erfahren Sie mehr über das mit RUTSIS abgekürzte Projekt.

adelphis Expert*innen unterstützen nachhaltigen Konsum und nachhaltige Produktion in Asien

Dies sind Steckbriefe von nur fünf SWITCH-Asia-Aktivitäten, zu denen adelphi beiträgt. Tatsächlich sind unsere Expert*innen aus den Bereichen Kreislaufwirtschaft, Energie, Green Entrepreneurship, Finanzen und nachhaltiger Konsum an mehr als 30 Projekten beteiligt, die nachhaltigen Konsum und nachhaltige Produktion in Asien als Teil des SWITCH-Asia-Programms zum Ziel haben. Besuchen Sie also die Website, um noch mehr über den positiven Einfluss des SWITCH-Asia-Programms zu erfahren.


Kontakt: Cosima Stahr

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